Fränkische Arbeitsgemeinschaft e.V.

WKRB18

ISBN 978-3-940804-10-5

Der Fränkische Reichskreis – ein europäisches Regionenmodell?

herausgegeben von der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft e.V.

Überarbeiteter Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte, bei der Jahreshauptversammlung der FAG am 27. Oktober 2017 in Nürnberg

2018. geheftet, 30 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen

VK 8,00 EUR

Abbildungen auf dem Umschlag

1. Aktuelles – Carles puigdemont als Symbol für ein Europa der Regionen

2. Abschied von der „Kreisvergessenheit“ – Fragen an die Reichskreise

3. Wer forschte über den Fränkischen Reichskreis?

4. Die fränkische Kreis-Policey

5. Europas Regionen brauchen Parlamente – taugen dazu die Reichskreise?

6. Fazit

1. Vorsitzender der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft e.V.

Die 1948 gegründete Fränkische Arbeitsgemeinschaft ist stolz darauf in ihrem 70. Gründungsjahr eine alte Tradition fortsetzen zu können. Mit der Veröffentlichung des Vortrags von Prof. Dr. Wolfgang Wüst bei unserer Jahresmitgliederversammlung bringen wir bereits die neunte Broschüre mit Frankenthemen, unter anderem mit Beiträgen der Professoren Bosl, Endres und Neuhaus, heraus. Mit dem aktuellen Thema „der Fränkische Reichskreis – ein europäisches Regionenmodell?“ bringen wir einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über die Regionalisierung. Bedanken darf ich mich daher bei Prof. Wüst für den umfangreichen und sehr gut bebilderten sowie dokumentierten Beitrag und bei unserem Beirat und früheren 3. Vorsitzenden Dr. Manfred Scholz für das Zustandekommen der Broschüre.

FAG-Beirat und Projektbeauftragter

Wolfgang Wüst, Professor für fränkische und bayerische Landesgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen und Leiter der Sektion Franken beim Zentralinstitut für Regionenforschung ist hervorragend geeignet, über das Thema unserer Broschüre zu sprechen und zu schreiben. Er hat die Bedeutung der Reichskreise und besonders des Fränkischen Kreises früh erkannt.
Im Jahr 2000 hat er das Buch „Reichskreis und Territorium“ herausgegeben, das den Untertitel „Die Herrschaft über die Herrschaft? Supraterritoriale Tendenzen in Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft“ trägt und zu dem Thema führt. Die Aktualität am Beispiel der Katalanen zeigt uns, wie notwendig ein europäisches Modell für regionale Eigenständigkeit ist. Prof. Dr. Wüst hat dazu den Vortrag auf die neueste politische Aktualität gebracht.
Der fränkische Reichskreis hatte von 1500 bis 1806 ein, auch geschichtlich betrachtet, langes Leben von 306 Jahren und war doch bis in die heutige Zeit weitgehend unbekannt. Der Grund liegt wohl darin, dass er an unseren Schulen kein Teil der Lehrpläne war. Mit der Einführung des „Tag der Franken“ konnte und kann zumindest zum Teil Öffentlichkeit hergestellt werden. Die Fränkische Arbeitsgemeinschaft hat zu dem Thema die Schriften „Franken – eigenständige Region in Europa“ (1998) und „Franken vom Reichskreis zur Europa-Region“ (2001) herausgegeben.
Der Ansatz eines föderal aufgebauten Staatsgebildes mit eigenständigen Regionen kann ein interessantes Modell für und in Europa sein, wobei mit Europa ganz Europa gemeint ist. Föderalismus und eigenständige Regionen sind durchaus geeignet, friedensstiftend zu wirken.
In seinem Artikel „Wo die demokratischen Wurzeln Frankens liegen“ in der Nürnberger Zeitung (5. Januar 2018, S. 20) weist Wolfgang Wüst auch auf die Konvente, also die gemeinsamen Sitzungen aller fränkischen Stände, hin und bezeichnet sie als parlamentarische Vorboten für spätere Parlamente, zum Beispiel auch den demnächst 100 Jahre alten Freistaat Bayern.
Ein auch in diesem Beitrag von Wolfgang Wüst dargestellter Teil der Leistungen des Fränkischen Reichskreises besteht in der „guten Policey“ und dem damit verbundenen Ansatz zu einer überterritorialen Ordnungspolitik. Dabei ist die „gute Policey“ sowohl für Sicherheits- als auch für Sozialpolitik zuständig.
Wolfgang Wüst ist zu danken für die umfangreiche Zusammenstellung von Bildern und Karten und für die ausführlichen Literaturhinweise zu diesem Thema. Es ist ihm mit seinem Beitrag ein guter Gedankenanstoß gelungen, um aus der Geschichte zu lernen und in der heutigen Zeit lebendig werden zu lassen.
Bleibt mir noch zu gratulieren:
Wolfgang Wüst zum 65. Geburtstag (im Juli 2018) und der FAG zum 70-jährigen Bestehen.
Herzlichen Glückwunsch!